Resilienz



Resilienz beschreibt nicht nur die psychische Widerstandskraft sondern auch die „relativ eigenständige Erholung von einem Störungszustand“ (Bender & Lösel, 1997). Einbezogen werden hier sowohl der Prozess wie auch das Ergebnis der Anpassungsleistung an belastende Lebensereignisse. Der Begriff Resilienz wird häufig im Kontext der Entwicklung klinischer oder psychosomatischer Störungen sowie in Folge von Erfahrungen mit Missbrauch verwendet, in den letzten Jahren aber auch im Zusammenhang mit Primärprävention verwendet (Bender & Lösel, 1997; Scheithauer & Petermann, 1999).
Wichtige Charakteristika des Konzepts der Resilienz:
- Resilienz bedeutet in einer gewissen Weise immun gegenüber psychisch belastenden Situationen zu sein.
- Dies bedeutet nicht die völlige Abwesenheit von psychischen Beeinträchtigungen und dem auftreten kurzfristiger Symptome, es beschreibt einen veränderten Umgang damit.
- Unter Resilienz verbirgt sich kein Set von fest bestimmbaren Schutzfaktoren
- Resilienz umfasst einen dynamischen Anpassungs- und Entwicklungsprozess und ist somit kein angeborenes Persönlichkeitsmerkmal. Es besteht ein Austausch zwischen dem Kind und der Umwelt, dies bedeutet, das Kind/der Erwachsene, übernimmt eine aktive Rolle und bestimmt somit wie es mit Stress- und Risikofaktoren umgeht. Diese Fähigkeiten werden in den jeweiligen Entwicklungsphasen jeweils neu erworben.
- Resilienz ist eine variable Größe, diese ist zeitlich nicht stabil; variiert in Situation und Länge ihrer Erscheinung.
- Resilienz ist situationsspezifisch, d.h. nicht von einem Lebensbereich in alle anderen übertragbar.
(nach Wustmann, 2004, S. 28 ff).