Risiko- und Schutzfaktoren

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDruckenE-Mail

Risikofaktoren

Unter Risikofaktoren werden solche Bedingungen oder Einflussfaktoren gefasst, die das Auftreten oder die Entwicklung positiver und sozial erwünschter Verhaltensweisen senken oder mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit negativer Konsequenzen nach sich ziehen (Wustmann 2004; Opp 1999). Dies können sowohl Faktoren sein, die in der Person des Kindes selbst liegen, Einflüsse durch die Familie, das soziale Umfeld oder situative Auslöser. Der derzeitige Stand der Forschung gibt zwar Aufschluss darüber, welche Faktoren das Risiko z.B. gewalttätiges oder abweichendes Verhalten zu entwickeln erhöht, keiner der Faktoren ist aber geeignet eine eindeutige Vorhersage zu ermöglichen.

Überblick über mögliche Risikofaktoren:

Biologische/Physiologische Faktoren:

  • Einflüsse vor, während und nach der Geburt eines Kindes wie z.B. Frühgeburt, Geburtskomplikationen, Erkrankungen des Säuglings, niedriges Geburtsgewicht, etc.
  • Substanzkonsum während der Schwangerschaft (Rauchen, Alkohol, Drogen, Tabletten)
  • Schwieriges Temperament des Kindes (z.B. sehr unruhig, impulsiv)
In der Person liegende Faktoren:
  • Störung des Sozialverhaltens,
  • hohe Affektivität,
  • hohe Aggressionsbereitschaft
  • geringe Toleranzbereitschaft, niedrige Frustrationstoleranz
Faktoren, die sich auf das Interaktionsverhalten beziehen:
  • Art des Bindungsverhalten der Eltern dem Kind gegenüber (unsicher-vermeidend, unsicher-ambivalent oder desorganisiert)
  • Negatives Pflegeverhalten der Mutter
  • Psychische Störungen der Eltern
Soziale / gesellschaftliche Faktoren:
  • Konflikte der Eltern, Erleben innerfamiliärer Gewalt und Traumatisierungen
  • Erziehungsverhalten der Eltern (z.B. Uneinigkeit, inkonsequentes oder vorwiegend strafendes Erziehungsverhalten
  • Sehr junge Elternschaft ( jünger 15 Jahre)
  • Niedriger, sozialökonomischer Status
  • Erfahrung von Bildungsversagen
  • Negative Einflüsse des Wohnumfeldes und/ oder des Freundeskreises

Schutzfaktoren:

Faktoren, die den Einfluss von Risikobedingungen mindern, werden als Schutzfaktoren bezeichnet (Egle et al. 1997). Werner (1989) fasst diese Schutzfaktoren wie folgt zusammen:
  • Individuelle Faktoren: Aktivitätsgrad, gutes Sozialverhalten, mindestens durchschnittliche Intelligenz, gute kommunikative Fähigkeiten, internale Kontrollüberzeugungen
  • Soziale Faktoren: liebevolle Beziehung zu mind. einer anderen Person (Eltern, Geschwister, Partner, Freund) die soziale Unterstützung geben
  • Strukturelle Faktoren: Unterstützung durch Schule, Arbeit oder Kirche, die die Fähigkeiten des einzelnen fördern und beitragen eine positive Lebensüberzeugung zu finden.

Newsletter-Anmeldung