Finanzanreize zur Förderung des Einbaus von Sicherheitstechnik - aktueller Überblick

Einbruchschutz durch Sicherheitstechnik wirkt und verhindert materielle sowie psychische Belastungen der Betroffenen. Durch die nachfolgend skizzierten Finanzanreize und Förderprogramme unterstützt der Staat den Einzelnen bei der Investition in Sicherheitstechnik. Die Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention (DFK) hat dazu in Kooperation mit der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes ein Konzept zum Einbruchschutz erarbeitet und die nachfolgenden Förderprodukte initiiert sowie gemeinsam mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie entwickelt.

 

 

KfW-Förderprodukt "Einbruchschutz als Einzelmaßnahme" - N E U -

Über das neue Förderprogramm der KfW-Bankengruppe zum Einbruchschutz kann gezielt in Einzelmaßnahmen zum Schutz gegen Wohnungseinbruch in der Zuschuss- (seit 19.11.2015) oder Kreditvariante (seit 1.4.2016) investiert werden. Das neue Förderprodukt ergänzt die bestehenden KfW-Förderprodukte "Altersgerecht Umbauen" und "Energieeffizient Sanieren" der KfW-Bankengruppe (KfW) in Kombination mit Einbruchschutz. Dabei wurden die polizeilichen Empfehlungen berücksichtigt.


Einzelmaßnahmen zum Einbruchschutz:

  • Einbau von einbruchhemmenden Haus- und Wohnungseingangstüren.
  • Einbau von Nachrüstsystemen für Haus- und Wohnungseingangstüren.
  • Einbau von Nachrüstsystemen für Fenster (z.B. aufschraubbare Fensterstangenschlösser, Bandseitensicherungen, drehgehemmter Fenstergriff, Pilzkopfverriegelungen)
    Der Einbau/Austausch einbruchhemmender Fenster, Balkon- und Terrassentüren wird im Programm „Energieeffizient Sanieren – Kredit/Zuschuss (Nr. 151/152/430)“ gefördert (siehe folgende Registerkarte).
  • Einbau einbruchhemmender Gitter und Rollläden
  • Einbau von Einbruch- und Überfallmeldeanlagen
    Mögliche Komponenten sind beispielsweise: Kamerasysteme, Panikschalter, Geräteabschaltung, präsenzabhängige Zentralschaltung definierter Geräte bzw. Steckdosen, Personenerkennung an Haus- und Wohnungstüren, intelligente Türschlösser mit personalisierten Zutrittsrechten.
  • Einbau von Türspionen
  • Baugebundene Assistenzsysteme: (Bild-)Gegensprechanlagen, z.B. mit Videotechnik, baugebundene Not- und Rufsysteme, Bewegungsmelder, Anwesenheits- und erweiterte Präsenzmelder, Beleuchtung.

Alle Maßnahmen zum Einbruchschutz sind durch spezialisierte Fachunternehmen auszuführen und müssen Anforderungen und den jeweiligen Widerstandsklassen, DIN oder VDE-Vorschriften entsprechen. Diese Voraussetzungen sind den „Technischen Mindestanforderungen für Maßnahmen zur Barrierereduzierung und zum Einbruchschutz“ als Anlage des Merkblattes „Altersgerecht Umbauen - Investitionszuschuss (Nr. 455)“ unter www.kfw.de/einbruchschutz zu entnehmen.

Weitere Informationen zum fachgerechten Einbau DIN-geprüfter und zertifizierter Sicherheitstechnik erhalten Sie in den Polizeilichen Beratungsstellen mit Hinweisen auf Herstellerverzeichnisse und Errichterlisten unter www.k-einbruch.de.


Förderberechtigt:

Jeder, der in den Einbruchschutz einer bestehenden Wohnimmobilie investiert, z.B. natürliche Personen als

  • Eigentümer von selbst genutzten oder vermieteten Ein- und Zweifamilienhäusern mit maximal zwei Wohneinheiten,
  • Ersterwerber von neu sanierten Ein- und Zweifamilienhäusern mit maximal zwei Wohneinheiten sowie Eigentumswohnungen,
  • Eigentümer von selbst genutzten oder vermieteten Eigentumswohnungen in Wohnungseigentümergemeinschaften,
  • Mieter (mit Zustimmung des Vermieters zu den Umbaumaßnahmen).

Zusätzlich in der Kreditvariante (seit 01.04.2016) z. B. juristische Personen als:

  • Wohnungseigentümergemeinschaften,
  • Wohnungsunternehmen/-genossenschaften
  • Bauträger.


Die Kombination von Einzelmaßnahmen zum Einbruchschutz und barrierereduzierenden Maßnahmen erfolgt durch einen „Kombi-Antrag“. Weitere Informationen im Internet unter: www.kfw.de/einbruchschutz.


Wichtig: Die Antragstellung muss vor Beginn des Vorhabens erfolgen!


Förderumfang:

  • zinsgünstige Kredite für alle Antragsberechtigten
  • Investitionszuschuss für Privatpersonen


Informationen über die finanzielle Förderung sowie die konkreten Maßnahmen erhalten Sie im

KfW-Förderprokukte Einbruchschutz im Rahmen "Energieeffizient Sanieren" oder in Kombination mit "Altersgerecht Umbauen"

Energieeffizient Sanieren (Nr. 151/ 152 Kredit, Nr. 430 Zuschuss)

Über das Förderprogramm „Energieeffizient Sanieren (Nr. 151, 430)“ der KfW-Bankengruppe (KfW) kann in Maßnahmen zum Schutz gegen Wohnungseinbruch investiert werden, wenn sie in unmittelbarem Zusammenhang mit einer energieeffizienten Sanierung stehen, z.B.

  • Einbau/Austausch von Fenstern und Fenstertüren,
  • Einbau/Austausch von Haustüren,
  • Nachrüstung einbruchhemmender Produkte, wie z. B. selbstverriegelnde Mehrfachverriegelungen und Zusatzschlösser.

Altersgerecht Umbauen (Nr. 159 Kredit, Nr. 455 Zuschuss)

Das Förderprogramm „Altersgerecht Umbauen (Nr. 159, 455)“ fördert Maßnahmen zum Schutz gegen Wohnungseinbruch auch in Kombination mit barrierereduzierenden Maßnahmen, z.B.

  • Einbau/Austausch von Haus- und Wohnungstüren,
  • Einbau von Rollläden, Fenstergittern und Gegensprechanlagen,
  • Installation von Alarm- und Einbruchmeldeanlagen,
  • elektronische Antriebssysteme für Rollläden und selbstverriegelnde Türen,
  • Nachrüstung einbruchhemmender Produkte, wie z. B. selbstverriegelnde Mehrfachverriegelungen und Zusatzschlösser.
    Weitere Informationen finden Sie unter www.kfw.de/einbruchschutz „Mehr Sicherheit für Ihre vier Wände.“


Förderberechtigt:

Alle Träger von Investitionsmaßnahmen an selbstgenutzten oder vermieteten Wohngebäuden sowie Eigentumswohnungen, z.B.

  • Privatpersonen (auch Mieter), unabhängig vom Alter der Antragsteller,
  • Wohnungseigentümergemeinschaften,
  • Wohnungsunternehmen/-genossenschaften,
  • Ersterwerber von barrierefrei oder barrierearm umgebautem und/oder energieeffizient saniertem Wohnraum,
  • Bauträger


Förderumfang:

  • zinsgünstige Kredite für alle Antragsberechtigten
  • Investitionszuschuss für Privatpersonen

Weitere konkrete Informationen zu den förderfähigen Maßnahmen des Einbruchschutzes befinden sich in den Merkblättern und Anlagen der jeweiligen Förderprodukte. Dazu gibt es gezielte Hinweise in der Internetpräsenz der KfW, Rubrik Einbruchschutz „Mehr Sicherheit für Ihre eigenen vier Wände“ sowie telefonisch unter 0800 539 9002 (kostenfreie Servicenummer der KfW).

Förderprodukte im Auftrag von Landesregierungen und Kommunen

Weitere interessante Förderaspekte bei Maßnahmen des Einbruchschutzes im Zusammenhang mit verschiedenen Förderprodukten wie "Energieeffizient Sanieren", "Altersgerecht Umbauen"“ oder "Wohnraumförderung" so z.B.

Bayern

Berlin

Brandenburg

Hamburg

Hessen

Niedersachsen

Nordrhein-Westfalen

Sachsen

Sachsen-Anhalt

Thüringen

Quelle:
http://www.foerderdatenbank.de/Foerder-DB/Navigation/root.html
Hinweis für Schnellsuche - Suchbegriff: „Einbruch“

Städte und Gemeinden

Auch auf kommunaler Ebene werden vereinzelt Maßnahmen zum Schutz gegen Einbruchschutz gezielt gefördert.
Ein Beispiel ist das Förderprogramm „Heidelberger Schlossprämie“, mit dem die Stadt Heidelberg den Einbau von mechanischer Sicherheitstechnik mit einem Zuschuss fördert. Informationen hierzu erhalten Sie im Internet unter:
http://www.k-einbruch.de/foerderung.

Kommunale Förderprogramme können bei der jeweiligen Städte- und Kreisverwaltung erfragt werden.

Finanzanreize außerhalb der Förderprogramme

Der Anteil der Arbeitskosten handwerklicher Leistungen bei Investitionen in Sicherheitstechnik kann unter bestimmten Voraussetzungen, z. B. nach § 35a EStG, steuermindernd berücksichtigt werden, wenn diese nicht bereits über ein KfW-Programm gefördert wurden. Die steuerliche Absetzbarkeit derartiger Maßnahmen ist ein wichtiger Baustein für ein Mehr an Sicherheit.

Darüber hinaus kann bei Versicherungsunternehmen ein Nachlass auf die Zahlung zur Hausratsversicherung beim Einbau entsprechender Sicherheitstechnik erfragt werden.