Von: "DFK Kriminalpraevention" An: Betreff: DFK-Newsletter 04 Datum: Samstag, 10. August 2002 03:02 dfk-newsletter@kriminalpraevention.de DFK-NEWSLETTER Nr. 04 Datum: 09.August 2002 Sehr geehrte Leser/innen, nach zwei Newslettern, die mit konkreten Veranstaltungshinweisen zu DFK- Fachveranstaltungen ausgefüllt waren, kommen wir jetzt wieder zur „alten“ Form der aktuellen Information zurück. Inhalt: 1. Aktuelles von der DFK-Homepage 2. Präventionsnews 3. Termine 4. Verschiedenes ------------------------------------------------------------------------------------------ 1. Aktuelles von der DFK-Homepage Seit wenigen Wochen besteht auf unserer Homepage die Möglichkeit der Online-Spende für das DFK. Auch kleine Beträge helfen dem DFK bei seiner wichtigen Arbeit. Bitte benutzen Sie unser Online-Formular. Dieses befindet sich auf einem SSL-Server, d.h. Ihre Daten werden verschlüsselt an uns übermittelt. Spendenquittungen stellt die Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention für alle Spenden aus, bei denen Name und Anschrift der Spender bekannt sind. Hinweis: Die Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention ist durch Freistellungsbescheid des Finanzamts Bonn-Innenstadt vom 29. August 2001 unter der Steuernummer - 205/5769/1320 VBZ 5 wegen Förderung der Kriminalprävention als gemeinnützig anerkannt. Die neue Ausgabe 4/2002 der Zeitschrift forum kriminalprävention ist gerade erschienen und kann über das Internet bestellt werden. Studie zu Delinquenz von Spätaussiedlern im Kreis Plön erschienen Etwa seit Ende der 90er Jahre ist die Kriminalität von Spätaussiedlern nicht nur durch ent- sprechende Presseberichterstattungen zunehmend in den Focus der öffentlichen Wahrnehmung geraten, sondern auch Kriminologen und Praktiker aus den Bereichen der Strafverfolgung und der Justiz befassen sich verstärkt mit dieser Thematik. Trotz dieses angestiegenen Interesses an der Deliktizität von Spätaussiedlern muss festgestellt werden, dass empirisch belegte Fakten über ihr Ausmaß und ihre möglichen Ursachen kaum vorliegen..... mehr unter Nachrichten auf der Homepage Stellenausschreibung des Versorgungsamtes Duisburg Stellenprofil Projektleiter/in Euregio-Projekt Grenzüberschreitende Opferhilfe Mit dem Wegfall der europäischen Grenzen ist ein zunehmender Verkehr an Menschen und Gütern zwischen Deutschland und den Niederlanden feststellbar. Eine negative Folge hiervon besteht darin, dass immer mehr Menschen im Nachbarland Opfer von Verkehrsunfällen oder Verbrechen werden. Die Hilfe für Opfer in Deutschland und in den Niederlanden im Hinblick auf Ansatz und geleistete Dienst unterschiedlich ausgeprägt. Angesichts der Tatsache, dass für die geltenden Gesetze und Regelungen das Land, in welchem der Verkehrsunfall oder das Verbrechen stattfindet, maßgebend ist, besteht die Notwendigkeit einer guten Abstimmung der Opferhilfe.... mehr unter Nachrichten auf der Homepage ------------------------------------------------------------------------------------------- 2.Präventionsnews Die folgenden Beiträge wurden mit freundlicher Genehmigung der Verfasser aus dem Polizei-Newsletter entnommen. Der POLIZEI-NEWSLETTER ist ein Kooperationsprodukt von TC TeamConsult (Schweiz) (http://www.tc-teamconsult.com) und Mitarbeitern der Fachhochschule Villingen-Schwenningen, Hochschule für Polizei. Wiederholt Opfer von Einbruchdienstählen? Eine empirische Studie aus den Niederlanden beschäftigt sich anhand der Auswertung von über 6.000 Einbrüchen mit der Frage, ob und in welchem Umfang Opfer von Einbruchdiebstählen nach einem Einbruch erneut Opfer werden. Im Ergebnis kann nachgewiesen werden, dass die Chance, unmittelbar nach einem Einbruch erneut Opfer zu werden, wesentlich höher ist, als später. Tatsächlich nimmt die Wahrscheinlichkeit mit dem Lauf der Zeit ab (und nicht zu). Nachvollziehbar ist ein anderes Ergebnis der Studie, wonach die Wahrscheinlichkeit, erneut Opfer zu werden, höher ist in kriminalitätsbelasteten Gebieten (was erneut die Annahme bestätigt, dass die meisten Täter in der Nähe ihres Wohngebietes Straftaten begehen; dies gilt auch für die wiederholte Begehung von Einbrüchen). Der Beitrag von E.R. Kleemans, Repeat burglary victimization: results of empirical research in the Netherlands, ist in einem Band erschienen, der sich speziell mit wiederholtem Opferwerden beschäftigt, und in dem weitere interessante Beiträge zu diesem Thema zu finden sind: G. Farrell und K. Pease (Hrsg.), Repeat Victimization, Crime Prevention Studies, Vol. 12, Monsey (Criminal Justice Press) 2001 (ISBN 1-881798-27-5). "Häusliche Gewalt": Dokumentation im Internet Das Informationszentrum Sozialwissenschaften (Bonn) hat eine Dokumentation zum Stand der sozialwissenschaftlichen Forschung zum Thema "häusliche Gewalt" vorgelegt. Am 1. Januar 2002 ist das Gewaltschutz-Gesetz in Kraft getreten, das vor allem dem Schutz vor Gewalt im "sozialen Nahraum" dienen soll. Aus diesem Anlaß dokumentiert das Informationszentrum Sozialwissenschaften (Bonn) den Stand der sozialwissenschaftlichen Forschung. Titel der Dokumentation: Gewalt in der Familie. Häusliche Gewalt gegen Partner und Kinder, 108 Seiten, IZ Sozialwissenschaften: Bonn, Dezember 2001 Die vollständige Dokumentation ist kostenlos im Internet zugänglich: http://www.gesis.org/Information/Themen/Fokus/index.htm Der Band enthält Beschreibungen von 178 Veröffentlichungen und Forschungsprojekten zum Thema. Öffentliche soziale Kontrolle in städtischen Wohngegenden Eine Studie hat die Auswirkungen öffentlicher sozialer Kontrolle auf das Viktimisierungsrisiko in städtischen Wohnbezirken untersucht. Öffentliche soziale Kontrolle meint dabei die Fähigkeit von Wohnbezirken, äußere Ressourcen, die zur Reduzierung von Kriminalität und Viktimisierung erforderlich sind, zu nutzen. Es hat sich gezeigt, dass das Leben in Gegenden mit einem hohen Grad an öffentlicher sozialer Kontrolle die individuelle Viktimisierungswahrscheinlichkeit vermindert, vor allem in sozial benachteiligten Gegenden. Auch wenn die Polizei ihre Beziehungen zu den Bürgern verbessert, so steht doch fest, dass die Einwohner von benachteiligten Wohngegenden bei der Verwirklichung von öffentlicher sozialer Kontrolle die entscheidende Rolle spielen. Quelle: Vélez , María B.: The Role of Public Social Control in Urban Neighbourhoods: A Multi-Level Analysis of Victimization Risk, in Criminology, Vol. 39, No.4, November 2001, p.837-864. Auch eine andere empirische Studie konnte nachweisen, dass der Zusammenhalt im Gemeinwesen eine entscheidende Rolle bei der Opferwahrscheinlichkeit und dem Viktimisierungsrisiko spielt. Je intensiver der Zusammenhalt in einer Kommune oder in einer Nachbarschaft ist, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden – um umgekehrt. Quelle: M.R. Lee, Community cohesion and violent predatory victimization. In: Social Forces 79, 2, 2000, S.683-706. In die gleiche Richtung geht eine Studie, die Zusammenhänge zwischen Bau- und Stadtstruktur und Kriminalität aufzeigt. Danach ist Verbrechensfurcht eher bestimmt durch lokale Besonderheiten (wie Geschäfte, bestimmte Strassen) als durch die reale Kriminalitätsbelastung. Quelle: J.H. Schweitzer, J.W. Kim, J.R. Mackin, The impact of the built environment on crime and fear of crime in urban neighborhoods. In: Journal of Urban Technology 6, 3, 1999, S.59-73. HM Bekämpfung der Kriminalität durch strukturiertes Vorgehen Das britische Home Office hat gleich mehrere Studien veröffentlicht, die sich mit den Erfolgen von verschiedenen Konzepten der Kriminalitätsbekämpfung und der Prävention beschäftigen. Um auf Fakten und Beweise gestützte Strategien geht es in dem Bericht in der Reihe “Crime Reduction Research Series”. Paper 11 hat den Titel: “Working out what to do: Evidence-based crime reduction”. Der Gesamtbericht ist verfügbar unter: http://www.homeoffice.gov.uk/rds/prgpdfs/crrs11.pdf, eine Kurzfassung unter: http://www.homeoffice.gov.uk/rds/prgpdfs/crrs11bn.pdf Eine andere Studie beschäftigt sich speziell mit wohnsitzlosen und von der Schule ausgeschlossenen Jugendlichen: Police Research Series Paper 152 - 'Hard-to-Reach' Young People and Community Safety: A Model for Participatory Research and Consultation. Die Kurzfassung dazu findet sich unter: http://www.homeoffice.gov.uk/rds/prgpdfs/prs152bn.pdf. Schliesslich ist wieder einmal die bürgernahe Polizeiarbeit thematisiert worden: Police Research Series Paper 151 - Crime and Disorder Reduction Partnerships: Round one progress. Gesamtbericht unter: http://www.homeoffice.gov.uk/rds/prgpdfs/prs151.pdf , Kurzfassung unter: http://www.homeoffice.gov.uk/rds/prgpdfs/prs151bn.pdf Dazu gehört auch das Paper 148 - Consultation by Crime and Disorder Partnerships, Vollständiger Bericht unter: http://www.homeoffice.gov.uk/rds/prgpdfs/prs148.pdf TF Mädchen und junge Frauen in gewaltbereiten Jugendgruppen Sozialwissenschaftliche Untersuchungen - vor allem zur Gewalt in rechtsextremistischen Cliquen - belegen, dass Mädchen in Gruppenzusammenhängen gewaltverstärkend und in Einzelfällen auch selbst offen gewalttätig agieren, ebenso dokumentieren Kriminalstatistiken eine erhebliche Zunahme der Gewaltdelinquenz bei Mädchen, auch wenn deren Anteil nach wie vor deutlich unter dem Anteil der männlichen Jugendlichen liegt. Eine Studie des Deutsches Jugendinstitut e.V. beschäftigt sich mit diesem Phänomen. Die Autorinnen Kirsten Bruhns und Svendy Wittmann haben die Ergebnisse unter dem Titel "Ich meine, mit Gewalt kannst du dir Respekt verschaffen" (DJI-Reihe (Gender) Opladen: Leske + Budrich 2002 292 S., EUR 20,- ISBN 3-8100-3272-7) veröffentlicht. Danach werden Mädchen und junge Frauen in gewaltbereiten Jugendgruppen entweder als "Anhängsel" dominierender männlicher Jugendlicher oder als "verirrte Rebellen" wahrgenommen. Eine Übersicht findet sich unter http://cgi.dji.de/cgi-bin/projekte/output.php?projekt=78.TF ------------------------------------------------------------------------------------------- 3. Termine 8. Deutscher Präventionstag Thema: Migration - Integration - Prävention Der ursprünglich für den Herbst 2002 geplante 8. Deutsche Präventionstag wird insbesondere mit Rücksicht auf die Haushaltssperren in zahlreichen Bundesländern nunmehr im Frühjahr 2003 stattfinden. Der endgültige Termin und Ort des 8. Deutschen Präventionstages wird nach abschließenden Beratungen des Programmbeirates im Oktober 2002 festgelegt und veröffentlicht. ------------------------------------------------------------------------------------------- 4. Verschiedenes Der DFK-NEWSLETTER ist ein Produkt des DFK-Geschäftsstelle und kann unter der DFK- Home-page: http://www.kriminalpraevention.de abonniert werden. Bei Darstellungsproblemen kontaktieren Sie bitte unseren Administrator Andreas Kossiski unter der Email-Adresse: Andreas.Kossiski@kriminalpraevention.de Um den DFK-Newsletter zu verlassen, schreiben Sie eine Mail an: Andreas.Kossiski@kriminalpraevention.de Zurückliegende Newsletter können Sie zukünftig online im Web unter http://www.kriminalpraevention.de nachlesen. To leave DFK-Newsletter write email to Andreas.Kossiski@kriminalpraevention.de You can read all published newsletters on the web: http://www.kriminalpraevention.de