dfk-newsletter@kriminalpraevention.de DFK-NEWSLETTER Nr. 39 - Juni 2004 Datum: 25.06.2004 Inhalt: 1. Aktuelles vom DFK 1.1 Europäisches Netzwerk für Kriminalprävention EUCPN 1.2 Präventionsinformationssystem PrävIS 2. Präventionsnews 2.1 Vierter Hessischer Präventionspreis 2.2 Praxishandbuch 'Häusliche Gewalt gegen Frauen und gesundheitliche Vorbeugung' 2.3 Wettbewerb 'Erfolgreiche Integration ist kein Zufall. Strategien kommunaler Integrationspolitik' 2.4 Studie 'Sexualisierte Gewalt und ihre Prävention: Evaluation eines Konzeptes der Polizeilichen Kriminalprävention - Selbstbehauptungskurse für Mädchen' 2.5 'Botschafter der Toleranz' in Berlin ausgezeichnet 2.6 Studie 'Jedes Kind zählt: Neue Wege der frühkindlichen Bildung, Erziehung und Betreuung' 2.7 Deutsch-österreichische Fachtagung 'Jugend und Alkohol' 2.8 Gewalt in der Familie und Kollektivwirksamkeit 2.9 Internet-Infoportal zum Thema Kriminalität 2.10 Kriminologische Einzelfallanalyse interaktiv auf CD-Rom 2.11 Straßenbeleuchtung, Kriminalität und Angst vor Kriminalität 2.12 Evaluation des Pathfinder-Projects 3. Termine 4. Verschiedenes ------------------------------------------------------------------- 1. Aktuelles vom DFK 1.1 Europäisches Netzwerk für Kriminalprävention (EUCPN) Am 13. Mai 2004 fand in Kilkenny auf Einladung des irischen Repräsentanten im Europäischen Netzwerk für Kriminalprävention ein Plenary-Meeting zum Thema 'Ju- gend und Kriminalität' statt. Insgesamt waren Vertreter aus 21 EU-Staaten, der Sekretär des Netzwerkes und ein Vertreter der EU-Kommission anwesend. Das Gastgeberland präsentierte zunächst das nationale Diversionsprogramm für straffällig gewordene Kinder und Jugendliche, insbesondere aus Sicht der nationalen Polizei 'Garda Siochana'. In einem zweiten Vortrag wurde anschließend aus dem Forschungsprojekt der Universität Kent (Großbritannien) zum Thema 'Überblick zum aktuellen Wissen über die statistische Entwicklung, die Risiko- und Schutzfaktoren sowie (Präventions-) Maßnahmen zur Reduzierung von Jugendgewalt in den Mitgliedstaaten' berichtet. Die bisherigen Projektergebnisse machen deutlich, dass sich bereits bei dem Versuch, das Phänomen der Jugendgewalt für allen Staaten gleichermaßen einheitlich zu beschreiben, Schwierigkeiten ergeben. Das Definitionsproblem ist u.a. durch die unterschiedlichen sozialen, kulturellen und rechtlichen Handlungsrahmen begründet. Insbesondere die Rolle der unmittelbaren Sozialisationsinstanzen ist sehr verschieden ausgeprägt. Auch wenn Jugendgewalt weltweit als zunehmendes Problem bewertet wird, ist ein Vergleich der nationalen Statistiken aufgrund der jeweiligen Besonderheiten daher kaum möglich. Erklärungsansätze für die Gewaltneigung von Jugendlichen werden u.a. im unkontrollierten Medienkonsum und in den Sozialisationsbedingungen einer sich globalisierenden 'Winner-Looser-Kultur' (Pfeiffer) gesehen. Elternhaus und Schule werden trotz aller kulturellen Unterschiede als wichtige Sozialisationsinstanzen benannt, auf die nachhaltige Präventionsprogramme zu richten sind. Die Evaluation der Wirksamkeit bleibt nach wie vor ein schwieriges Thema, insbesondere wenn längere Zeiträume zu betrachten sind. Die bisherige Literaturrecherche in Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien gibt nur einen unvollständigen Überblick der jeweiligen Fachdebatten. Durch Befragung von Experten in den einbezogenen Mitgliedstaaten soll die Studie noch ergänzt werden. Das Ergebnis der Studie wird im Herbst 2004 erwartet. In zwei parallel stattfindenden Workshops wurden anschließend spezielle Fragen zu Prävention und Intervention behandelt. In Workshop 1 'Interventions in juvenile crime' wurden zwei Interventionsarten a) soziale Initiativen, bei denen Risikofaktoren der Devianz (youth at risk) im Vorfeld abgebaut werden und b) Verfahren, bei denen einsichtige jugendliche Täter - bei polizeilicher / staatsan- waltschaftlicher Verwarnung - vom Strafverfahren verschont bleiben, erörtert. In der Diskussion bestand Einigkeit über die Notwendigkeit integrierter Ansätze (mul- ti-agency-approach), bei denen die jeweils notwendigen Akteure aus ihrer Verantwor- tung heraus gemeinsame Programme entwickeln. Zurückhaltung einzelner Partner sollte durch das Aufzeigen von Win-Win-Chancen aufgelöst werden. Die Praxis zeigt, dass Erfolge insbesondere dann zu verzeichnen sind, wenn Projekte engagiert geleitet / moderiert werden. Die Polizei hat häufig eine unverzichtbare Initiativfunktion. Struk- turell abgesichertes 'ownership/leadership' ist eine wichtige Gelingensbedingung für nachhaltige Prävention. Denkbar sind lokale Bündnisse oder vertragliche Vereinba- rungen der örtlichen Akteure. Auch der Ansatz eines institutionalisierten kommunalen Präventionsmanagements wird als sinnvoll erachtet. Auf diesem Weg können auch die Bedürfnisse von Jugendlichen generell als auch besonderer Risikogruppen gezielter und besser berücksichtigt werden. Grundlagenarbeit und frühe Intervention sind wich- tige Bestandteile koordinierter Präventionsansätze. Projekte und Programme sollten zunächst daran gemessen werden, ob und wie sie ihre Zielgruppen auch tatsächlich erreichen. An die (kurzfristige) Wirksamkeit sollten die Erwartungen nicht unrealis- tisch hoch gesetzt werden. Allerdings ist Evaluation unverzichtbarer Bestandteil einer strukturierten Planung und Durchführung. In Workshop 2 'Restorative Justice / Mediation' stand die Frage 'Gibt es effektive Strategien?' im Mittelpunkt. Im Ergebnis wurde die Bedeutung der kommunalen Verantwortlichkeit auch im Sinne von bürgerschaftlicher Verantwortung (to reestablish a sense of community) hervor- gehoben. Opferinteressen sind in Mediationsprozessen besonders zu berücksichtigen, was auch Kriminalitätsängste verringern kann. Weitere Voraussetzungen für Mediati- on im Sinne eines Täter-Opfer-Ausgleichs sind Freiwilligkeit und Ernsthaftigkeit des Täters, daran mitzuwirken. Am Ende eines Mediationsprozesses muss die ehrliche Einsicht in das Unrecht und in die Chance einer Wiedergutmachung stehen. Einigkeit bestand auch in der Forderung nach angemessener Aus- und Fortbildung von Mediati- onsverantwortlichen. ----------------------------------------- 1.2 PrävIS Anlässlich des 9. Deutschen Präventionstages am 17. und 18. Mai 2004 in Stuttgart haben das Deutsche Forum für Kriminalprävention sowie die Landespräventionsgre- mien und/oder Landeskriminalämter aus Baden-Württemberg, Berlin, Hessen, Meck- lenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Schleswig- Holstein und Thüringen das gemeinsam entwickelte Präventionsinformationssystem PrävIS erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Ziel von PrävIS ist es, einen Überblick über die vorhandene Präventionslandschaft, konkrete Projekte und Initiativen zu schaffen. Den Akteuren der gesamtgesellschaftli- chen Präventionsarbeit bietet das System eine Plattform zur Vernetzung und unter- stützt den notwendigen Wissenstransfer, um konkrete Maßnahmen durch Erfahrungs- austausch weiter zu qualifizieren. Es gilt neben der Qualität, vor allem die Effektivität und Wirtschaftlichkeit der Präventionsarbeit im weitesten Sinne zu fördern. Zudem bietet PrävIS eine auf die Bedürfnisse von Präventionsgremien zugeschnittene Kom- plettlösung zur Administration und Organisation der Arbeit und soll nicht zuletzt dazu beitragen, den Präventionsgedanken in der Öffentlichkeit zu verbreiten. Das System PrävIS umfasst dezentrale Erfassungsmodule, Vollversionen und eine Internetdatenbank, die unter Qualitätsgesichtspunkten ausgewählte Daten aller mit PrävIS arbeitenden Gremien und Institutionen im Internet komfortabel recherchierbar zur Verfügung stellt. Die Internetdatenbank kann über die Homepages der beteiligten Institutionen oder unter www.praevis.de aufgerufen werden. Interessierte können sich bereits jetzt in mehr als 1.700 Datensätzen zu Gremien, Insti- tutionen, Veranstaltungen, Arbeitsgruppen, Kampagnen, Projekten sowie Literatur und Medien informieren. Dank der in allen Datensätzen enthaltenen Kontaktadressen können bei Bedarf weitere vertiefende Informationen eingeholt werden. Gerade in Zeiten knapper Haushaltsmittel wird es für alle Akteure der Prävention im- mer wichtiger, sich bereits im Vorfeld eigener Initiativen mit anderen Präventionsträ- gern auszutauschen und deren Erfahrungen zu nutzen, um die Erfolgsaussichten und die Nachhaltigkeit der eigenen Bemühungen zu steigern. Je eher sich weitere Präven- tionsgremien und ?institutionen dem Präventionsinformationssystem PrävIS anschlie- ßen, um so früher wird es seine volle Wirksamkeit entfalten. --------------------------------------------------------------------- 2. Präventionsnews 2.1 Vierter Hessischer Präventionspreis Die R+V Versicherung hat zur Förderung der lokalen Präventionsarbeit einen Preis in Höhe von 5.000 Euro gestiftet und damit ermöglicht, dass voraussichtlich am 12. Ok- tober 2004 der 4. Hessische Präventionspreis vergeben werden kann. Mit diesem Preis sollen kriminalpräventive Projekte in Hessen unterstützt werden, die Vorbildfunktion besitzen und von Präventionsgremien zur Problembewältigung bei übereinstimmender Problemlage übernommen werden können. Aus diesem Grunde sollten sich die Pro- jekte im Durchführungsstadium befinden, so dass neben der Beschreibung der zugrunde liegenden Konzeption auch schon auf Erfahrungen und Ergebnisse verwie- sen werden kann. Eine Kommission, die sich aus einem Direktor der R+V Versicherung und dem Ar- beitsausschuss der Sachverständigenkommission für Kriminalprävention zusammen- setzt, wird über die Vergabe des Präventionspreises entscheiden. Die interessierten kriminalpräventiven Projekte in Hessen können mit einer kurzen schriftlichen Darstel- lung ihrer Konzeption und den gewonnenen Erfahrungen und Ergebnissen teilnehmen. Die jeweiligen Beschreibungen sind bis zum 31. August 2004 an die Geschäftsstelle des Landespräventionsrates, Luisenstraße 13, 65185 Wiesbaden, zu richten. Sie kön- nen auch per eMail vorgelegt werden: landespraeventionsrat@hmdj.hessen.de Quelle: Landespräventionsrat Hessen, Luisenstraße 13, 65185 Wiesbaden, Internet: www.landespräventionsrat.hessen.de ------------------------------------------ 2.2 Praxishandbuch 'Häusliche Gewalt gegen Frauen und gesundheitliche Vorbeugung' Am 14. Mai 2004 hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Ju- gend (BMFSFJ) auf einer bundesweiten Fachtagung in Berlin das Praxishandbuch 'Häusliche Gewalt gegen Frauen und gesundheitliche Versorgung' vorgestellt, das ein Ergebnis der vom Bundesministerium geförderten wissenschaftlichen Begleitung des Interventionsprojektes S.I.G.N.A.L. gegen Gewalt an Frauen ist. Die Ergebnisse des Projektes sollen mit Hilfe des Praxishandbuches Fachpersonal in Kliniken zu Gute kommen. Im Rahmen des S.I.G.N.A.L.-Projektes wurden Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte darin geschult, gewaltbedingte Verletzungen und Beschwerden zu erkennen, Verletzungen möglichst gerichtsverwertbar zu dokumentieren, Gefährdungssituationen zu klären und betroffene Frauen anzusprechen und über bestehende Hilfsangebote zu informieren. Das Handbuch soll Orientierungshilfen für die Einführung von Interventionsprojekten in der gesundheitlichen Versorgung bieten und richtet sich in erster Linie an Erste- Hilfe-Stationen in Krankenhäusern und Ambulanzen. Zeitgleich zu dem Praxishandbuch wurde der wissenschaftliche Begleitbericht des Projektes veröffentlicht, der die zentralen Ergebnisse aus der Evaluation der Schulun- gen von Pflegekräften sowie Ärztinnen und Ärzten sowie Daten aus einer Patientin- nenbefragung enthält. Danach waren rund 36 Prozent der Befragten, die wegen Ge- waltanwendungen in ärztlicher Behandlung waren, nach dem 16. Lebensjahr mindes- tens einer häuslichen Gewaltanwendung ausgesetzt, 57 Prozent dieser Personengruppe erlitten gesundheitliche Beeinträchtigungen. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO ist häusliche Gewalt gegen Frauen einer der relevanten Risikofaktoren für die Gesundheit von Frauen. Dabei dominieren bei den körperlichen Verletzungen Hämatome und Prellungen, Frakturen und Stich-, Schuss- oder Brandverletzungen. Bei den psychischen Folgen überwiegen Angst, Pa- nikattacken und Depressionen. Weitere Informationen zum Thema Gewalt gegen Frauen finden Sie auf der Homepa- ge des BMFSFJ www.bmfsfh.de und unter www.bkfrauengesundheit.de. Auch das Handbuch sowie der wissenschaftliche Bericht sind im Internet abrufbar oder können bei der Broschürenstelle (Tel.: 0180 5329329) des BMSFSJ kostenlos bestellt werden. Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, eMail: poststelle@bmfsfj.de, Internet: www.bmfsfj.de ------------------------------------------ 2.3 Wettbewerb 'Erfolgreiche Integration ist kein Zufall. Strategien kommuna- ler Integrationspolitik' Mit einer Auftaktveranstaltung am 25. Mai 2004 in Berlin haben des Bundesministeri- um des Innern und die Bertelsmann Stiftung unter dem Titel 'Erfolgreiche Integration ist kein Zufall. Strategien kommunaler Integrationspolitik' gemeinsam einen Wettbe- werb zur Integrationspolitik in Kommunen ausgeschrieben. Durch den Wettbewerb soll eine kritische Analyse derzeitiger deutscher Integrations- praxis vorgenommen werden: Was leisten Kommunen bereits in der Integration von Zuwanderern? Welche Strategien haben sich bewährt? Welche Arbeitsbereiche und Themen stehen im Vordergrund? Welche Lücken müssen geschlossen werden? Ziel des Wettbewerbs ist, die Ergebnisse und guten Beispiele möglichst vielen Kom- munen zur Verfügung zu stellen. Mit einem kommunalen Praxisleitfaden und einer Ergebnisdokumentation soll ein Beitrag dazu geleistet werden, die kommunale Integ- rationspolitik langfristig zu verbessern. Alle deutschen Kommunen sind eingeladen, ihre erfolgreichen Strategien zu präsentie- ren. Eine Jury von Expertinnen und Experten aus Politik, Wissenschaft und Praxis unter Vorsitz von Frau Dr. Lale Akgün, MdB, wird die Sieger in zwei Auswahlschrit- ten ermitteln. Die Bewerbungsfrist für die Vorauswahl gilt vom 25. Mai bis zum 10. September 2004. Preisgelder von insgesamt 50.000 Euro stehen für bis zu drei Gewinner zur Ver- fügung. Weitere Informationen erhalten Sie auf den Websites www.erfolgreiche-integration.de sowie www.bmi.bund.de. Hier stehen auch die Ausschreibungsunterlagen als Down- load zur Verfügung. Quelle: E&C-Newsletter 19.05.2004, www.eundc.de ------------------------------------------ 2.4 Studie 'Sexualisierte Gewalt und ihre Prävention: Evaluation eines Konzep- tes der Polizeilichen Kriminalprävention - Selbstbehauptungskurse für Mädchen' Diffuse Ängste bezüglich der Sexualdelikte, ein verzerrtes, stereotypes Wissen und lebenspraktische Ängste, die das Fortbewegen im öffentlichen Raum betreffen, sind für viele Mädchen normal. Dies ergab eine Befragung im Rahmen der von Frau Dr. Katja Klehm durchgeführten wissenschaftlichen Evaluation des 'Selbstbehauptungs- kurses für Mädchen gegen sexualisierte Gewalt' des Polizeipräsidiums Bonn. Demge- genüber steht ein großes Defizit an Informationen und Bewältigungsstrategien. Genau hier setzen die Selbstbehauptungstrainings an. Das spezifische Handlungswissen, aber auch das Wissen über Sexualdelikte wird vermittelt, darüber hinaus wird die Handlungsfähigkeit genauso praktisch geübt wie eine selbstsichere Kommunikation. Nach der Teilnahme an dem Kurs sank die mäd- chenspezifische Kriminalitätsfurcht und die Zufriedenheit mit der eigenen Gegenwehr stieg an. Wie sinnvoll und notwendig entsprechende professionelle Präventionsangebote sind, erläuterte Frau Dr. Klehm, lässt sich auch daran erkennen, dass viele Eltern unabhän- gig von Geschlecht, Alter und Qualifikation, selber nur mit geringfügigen Unterschie- den zu ihren Töchtern ein ähnlich defizitäres Wissen zeigten. Als Wunschansprech- partner der Selbstbehauptungstrainings rangiert die Polizei weit vor anderen professi- onellen Unterstützungssystemen. Die 356 Seiten umfassende Studie 'Sexualisierte Gewalt und ihre Prävention: Evalua- tion eines Konzeptes der Polizeilichen Kriminalprävention - Selbstbehauptungskurse für Mädchen', Verfasserin: Katja Klehm (2003), kann im Buchhandel unter der ISBN- Nr. 3-631-50563-9, Verlag Peter Lang GmbH, Frankfurt a.M., zum Preis von 49,90 Euro, bestellt werden. ------------------------------------------ 2.5 'Botschafter der Toleranz' in Berlin ausgezeichnet Zum fünften Mal seit Bestehen des von der Bundesregierung im Jahr 2000 eingerich- teten 'Bündnisses für Demokratie und Toleranz - gegen Extremismus und Gewalt' wurden am 22. Mai 2004 in Berlin die 'Botschafter der Toleranz' ausgezeichnet. Un- ter dem Motto 'Aktiv werden - Zivilgesellschaft stärken' haben Bundesinnenminister Otto Schily und Bundesjustizministerin Brigitte Zypries Gruppen und Einzelpersonen ausgezeichnet, die sich ideenreich und engagiert gegen Ausländerfeindlichkeit, Dis- kriminierung und Ausgrenzung eingesetzt haben. Unterstützt wird die Arbeit der aus- gezeichneten Initiativen mit einem Preisgeld von je 5.000,- Euro. Bundesinnenminister Otto Schily hob das Engagement der 'Botschafter der Toleranz' lobend hervor: 'Die Menschen, die wir heute auszeichnen, zeigen durch ihr beispiel- haftes Engagement, dass es viele verschiedene Ansätze gibt, die Zivilgesellschaft zu stärken. Nur eine Gesellschaft, die aktiv darum bemüht ist, Respekt und Toleranz aus- zuüben, kann auf Dauer ein menschenwürdiges Leben gewähren. Die Arbeit der über 1.300 Gruppen und Einzelpersonen, die sich im Rahmen des Bündnisses bisher zur Mitarbeit bei der Überwindung von fremdenfeindlichen, rassistischen und antisemiti- schen Bestrebungen bereiterklärt haben, ist daher sehr wichtig. ' Als 'Botschafter der Toleranz 2004' wurden ausgezeichnet: - 'Stolpersteine', Goethe-Realschule Eberswalde, - Malteser Migranten Medizin, Berlin, - Jugendbegegnungsstätte 'Nomansland', Aken, - Schule Ohne Rassismus - Schule Mit Courage, Berlin sowie die - Kreispolizeibehörde Mettmann, Mettmann Weitere Informationen zu den 'Botschaftern der Toleranz' und zum 'Bündnis' finden Sie im Internet unter www.buendnis-toleranz.de Quelle: Bundesministerium des Innern, eMail: poststelle@bmi.bund.de, Internet: www.bmi.bund.de/ ------------------------------------------ 2.6 Studie 'Jedes Kind zählt: Neue Wege der frühkindlichen Bildung, Erzie- hung und Betreuung' Die von der Konrad-Adenauer-Stiftung veröffentlichte Studie 'Jedes Kind zählt: Neue Wege der frühkindlichen Bildung, Erziehung und Betreuung' skizziert nicht nur das deutsche Betreuungspuzzle vor allem im Westen und die Betreuungslandschaft im Osten mit den dortigen Problemen, sondern zeigt auch Lösungsansätze auf, wie eine frühkindliche Bildung im Kindergarten aussehen kann - ohne verschult zu sein. Dabei kam es den Autoren auch darauf an, neue Betreuungsformen zu finden, die die Ver- einbarkeit von Familie und Beruf berücksichtigen und neue Finanzierungsmodelle in den Mittelpunkt rücken. Deutschland, so die Herausgeberin Christine Henry-Huthmacher, braucht grundlegen- de Reformen in der frühkindlichen Bildung und Betreuung. PISA, der zweite Weltbe- richt 'Bildung für alle' der UNESCO, aber auch die Unzufriedenheit der Mehrheit der Eltern über die unzureichende Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Deutschland machten ein Umdenken in der frühkindlichen Bildung und Betreuung erforderlich. Wenn Deutschland, so die Meinung der Autoren, im globalen Wettbewerb bestehen wolle, bräuchten wir einen Paradigmenwechsel, der Kinder als wesentlichen Zukunfts- faktor wieder in den Mittelpunkt stelle und Eltern ermögliche, Familie und Beruf mit- einander zu verbinden. Wirtschaftswachstum sei nur mit Bildungswachstum möglich. Von Bildung und Erziehung werde es wesentlich abhängen, wie die Kinder von heute mit den Herausforderungen und Belastungen von morgen umgehen werden. Die Studie kann bei der Pressestelle der Konrad-Adenauer-Stiftung bestellt werden oder auf der Homepage http://www.kas.de/db_files/dokumente/zukunftsforum_politik/7_dokument_dok_pdf_ 4628_1.pdf heruntergeladen werden. Quelle: Konrad Adenauer Stiftung e. V., Tiergartenstr. 35, 10907 Berlin, Internet: www.kas.de ------------------------------------------ 2.7 Deutsch-österreichische Fachtagung 'Jugend und Alkohol' Sucht und Abhängigkeit von der Volksdroge Nummer 1, dem Alkohol, stehen seit jeher im Blickfeld jugendschützerischer Bemühungen. Das Thema ist also alt und zugleich immer wieder aktuell, wenn man nur einen Blick auf den Erfindungsreichtum der Getränkeindustrie mit den Alkopop-Getränken wirft. Regulierungsversuche, wie sie in Deutschland durch Anhebung der Besteuerung oder durch warnende Auszeich- nungen der Ware derzeit unternommen werden, können vermutlich bestenfalls den Missbrauch eindämmen, den Konsum hoffentlich von den jüngeren Jahrgängen weg- lenken - doch wohl kaum die Problematik grundlegend verändern. Suchtpräventive Maßnahmen, wie sie u.a. in Schulen und Kindergärten durchgeführt werden, nehmen deshalb einen immer höheren Stellenwert im erzieherischen Kinder- und Jugendschutz ein. Ein so genannter Policy-Mix aus gesetzlichen Regelungen, erzieherischen Maßnah- men im Rahmen der Verhaltensprävention und strukturellen Maßnahmen (Verhältnis- prävention) standen deshalb im Rahmen der deutsch-österreichischen Fachtagung 'Jugend und Alkohol' am 1. und 2. März 2004 zur Diskussion. Die Vorträge von ös- terreichischen und deutschen Fachleuten, die in einer Tagungsdokumentation zusam- mengefasst und publiziert wurden, zeigen die Bandbreite der Reflexion und einige Handlungsansätze auf. Die Tagungsdokumentation wird von der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz zum Preis von 3,- Euro als Nr. 4 in der Reihe 'argumente' herausgege- ben. Quelle: Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V., Mühlendamm 3, 10178 Berlin, Internet: www.bag-jugenschutz.de 'Die folgenden Beiträge wurden mit freundlicher Genehmigung der Verfasser aus dem Polizei-Newsletter entnommen. Der POLIZEI-NEWSLETTER ist ein Kooperations- produkt von TC TeamConsult (Schweiz) und dem Lehrstuhl für Kriminologie der Uni- versität Bochum. Der vollständige Newsletter kann unter www.polizei-newsletter.de eingesehen werden.' 2.8 Gewalt in der Familie und Kollektivwirksamkeit Die Studie mit dem Titel 'Behind Closed Doors' (Hinter verschlossenen Türen) unter- sucht, ob eine bessere Kollektivwirksamkeit und Gemeinschaftsfähigkeit im Umfeld einer missbrauchten Frau eine positive Auswirkung auf deren Fähigkeit, Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen, hatte und die Wahrscheinlichkeit erhöhte, die Gewalt zu re- duzieren oder zu stoppen - unter Berücksichtigung anderer Faktoren in der Situation der Frau, die die Beendigung der Gewalttätigkeit mehr oder weniger wahrscheinlich erscheinen ließen. Die Studie ergab, dass missbrauchte Frauen, die in einer gut organi- sierten Nachbarschaft mit großer Kollektivwirksamkeit leben, der Gewalttätigkeit ihres Intimpartners nicht leichter entkommen und die bestehenden Hilfsangebote nicht leichter annehmen als andere Frauen. http://www.ncjrs.org/pdffiles1/nij/grants/194711.pdf ------------------------------------------ 2.9 Internet-Infoportal zum Thema Kriminalität Vornehmlich an Journalisten richtet sich ein im November 2003 neu eingerichtetes 'Informationsportal zum Thema Kriminalität'. Unter www.journascience.org werden Beiträge zu verschiedenen Themen aus dem Bereich der Kriminalitätsbekämpfung und -analyse bereitgestellt. Links sowie eine 'Expertenübersicht' und ein Glossar sol- len das Angebot abrunden. ------------------------------------------ 2.10 Kriminologische Einzelfallanalyse interaktiv auf CD-Rom Eine Ende letzten Jahres erschienene CD-Rom betritt Neuland: Sie vermittelt einen umfassenden Überblick über die kriminologische Einzelfallanalyse. Im Methodikteil werden die Erhebungen zum Täter in seinen sozialen Bezügen, die Analyse der Le- bensbereiche, die kriminologische Diagnose, die Kriminalprognose einschließlich Früherkennung krimineller Gefährdung, und die Kriminalprävention eingehend darge- stellt. Im Didaktikteil enthält die CD interessante Einzelfälle, vorbildliche Gutachten unterschiedlich arbeitender Sachverständiger und aufschlussreiche Stellungnahmen erfahrener Praktiker. Die CD bietet für Studierende und Lehrende sorgfältig aufbereitete Powerpointpräsen- tationen und über 100 Prüfungsfragen zur kriminologischen Einzelfallmethodik mit Hinweisen zur Beantwortung. Prüfungsgespräche vermitteln einen unmittelbaren Ein- druck von Prüfungen über Fälle bzw. Probleme der kriminologischen Einzelfallme- thodik. Nicht zuletzt will die CD auch 'Edutainment' bzw. Infotainment sein. So fin- det man im Unterhaltungsteil Musik, Videoclips, Pausenspiele und weitere überra- schende Elemente, zum Teil mit kriminologischem Bezug. Die KrimCD kann für 8 Euro beim Verfasser bestellt werden: Dr. Rüdiger Wulf, Jus- tizministerium Baden-Württemberg, Schillerplatz 4, 70173 Stuttgart, eMail: wulf@jum.bwl.de Internet: www.jura.uni-tuebingen.de/wulf ------------------------------------------ 2.11 Straßenbeleuchtung, Kriminalität und Angst vor Kriminalität Eine Studie betrachtet die Beziehung zwischen Straßenbeleuchtung, Kriminalität so- wie Verbrechensfurcht und untersucht diesbezügliche gängige theoretische Erklärun- gen und diskutiert vorhandenen Beleuchtungsnormen in Verbindung mit dem Krimi- nalitätsrückgang. Ausgehend von der These, dass eine verbesserte Straßenbeleuchtung zum einen das Sicherheitsgefühl stärkt, zum anderen jedoch auch einen Rückgang von Kriminalität bedingt, hat die britische Regierung unlängst 300 Mio. Pfund zur Verfü- gung gestellt. Damit soll den lokalen Behörden ermöglicht werden, ihre Straßenbe- leuchtungen zu modernisieren. Weitere Untersuchungen und politische Folgerungen, das Verbrechensrückgangspotential mittels Straßenbeleuchtung zu verbessern, werden diskutiert. Quelle: Cozens, P.M.; Neale, R.H.; Whitaker, J. u.a.: A critical review of street lightning, crime and fear of crime in the British city. Crime Prevention and Community Safety: An International journal (ISSN: 1460-3780), 5 (2): 7-24, 2003. ------------------------------------------ 2.12 Evaluation des Pathfinder-Projects Sue Rex, Loraine Gelsthorpe, Colin Roberts und Peter Jordan haben einen Bericht über das 'Pathfinder-Project', welches im Rahmen eines Kriminalitätsreduzierungs- programms stattfand, veröffentlicht. Es wurden drei verschiedene Ansätze in sieben Projekten bezogen auf die Verhinderung weiterer Straffälligkeit seitens der Straftäter getestet: PSM (pro-social modelling), SA (skills accreditation) und TON (tackling other offending-related needs). Quelle: Home Office Findings 231 bzw. Home Office Occasional Paper 87: Crime reduction programme: An evaluation of community service pathfinder-projects final report 2002 . http://www.homeoffice.gov.uk/rds/pdfs04/rdsolr2204.pdf ------------------------------------------------------------------------- 3. Termine 29. Juni 2004 Elternabend zur Medienpädagogik - Anleitung zur Planung (JFC Medienzentrum Köln) 6. Juli 2004 2. Kriminalpräventives Forum 'Kriminalprävention jetzt - oder: Nach uns die Sünd- Flut?' in Düsseldorf (Landespräventionsrat Nordrhein-Westfalen) 14. Juli 2004 1. Sicherheitstag NRW in Dortmund (Verband für Sicherheit in der Wirtschaft Nordrhein-Westfalen e.V.) 21. - 22. Juli 2004 Sicherheitsmesse München (Bayerischer Verband für Sicherheit in der Wirtschaft e.V.) Weitere Termine finden Sie auf unserer Homepage unter dem Stichwort Kalender. ------------------------------------------------------------------------- 4. Verschiedenes Mitte Mai 2004 ist die neue Ausgabe von 'forum kriminalprävention' mit dem The- menschwerpunkt 'Kinder- und Jugenddelinquenz' und weiteren Beiträgen zu den Themen 'Subjektives Sicherheitsempfinden im ÖPNV', 'Graffiti' sowie 'Hass- /Vorurteilskriminalität' erschienen. Die DFK-Jahresberichte 2001/2002 und 2003 sowie die themenbezogenen Dokumen- tationen - Sackgasse Gewalt? Erziehung, Prävention, Auswege, Lösungen - Ergebnisse einer Fachtagung - Interdisziplinäre und kriminalpräventive Maßnahmen im Migrationsprozess am Beispiel türkisch stämmiger Jugendlicher - Eine Tagungsdokumentation - Arbeitskreis Kriminalprävention und Biometrie - Eine Workshop-Dokumentation - Einführung und Empfehlungen der Arbeitsgruppe 'Primäre Prävention von Gewalt gegen Gruppenangehörige - insbesondere: junge Menschen - (Kurz- und Langfassung) (nur als pdf-Dokument) - Hingehen statt wegsehen - Mitmachen statt rumstehen - Das erste Bonner Präven- tionsspektakel vom 26. Juli 2003 - Teil 1: Dokumentation der Veranstaltung - Konzepte der Gewalt- und Kriminalprävention sowie der Verkehrssicherheit - Kinder stark machen... - Teil 2: Hintergrundinformationen zum Bonner Präventionsspektakel (nur als Druckwerk) - Prävention von Gewalt gegen alte Menschen - private Initiativen können bei der Geschäftsstelle dfk@kriminalpraevention.de angefordert oder auf un- serer Homepage www.kriminalpraevention.de unter 'Service/Downloads' als pdf- Dokumente heruntergeladen werden. --------------------------------------------------------------------- Der DFK-NEWSLETTER ist ein Produkt der DFK-Geschäftsstelle und kann unter der DFK-Homepage: http://www.kriminalpraevention.de abonniert werden. Bei Darstellungsproblemen kontaktieren Sie bitte unseren Administrator Joachim E- schemann unter der eMail-Adresse: joachim.eschemann@kriminalpraevention.de. Um den DFK-Newsletter zu verlassen, schreiben Sie eine Mail an: dfk@kriminalpraevention.de Zurückliegende Newsletter können Sie online im Web unter http://www.kriminalpraevention.de nachlesen.