Förderung von gewaltpräventiven Programmen und Projekten

Das DFK fördert die Implementierung und Evaluation von Programmen und Projekten im Bereich der Gewaltprävention. Die bisher geförderten Projekte werden - nach ihrer Zielrichtung und Aktualität geordnet - dargestellt:

Förderung wissenschaftlicher Projektevaluationen

 

 

FAMOS (Familien optimal stärken)

FAMOS ist ein Präventionsprojekt in der Modellregion für Erziehung in Paderborn (www.famos-paderborn.de) mit dem Ziel, familiäre Gewalt und die Gewaltbereitschaft unter Kindern und Jugendlichen zu reduzieren und die seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Dazu werden insbesondere die Erziehungskompetenz von Eltern und die sozial-emotionalen Kompetenzen von Kindern durch einen möglichst koordiniert verbreiteten Einsatz von drei Präventionsprogrammen

  • EFFEKT® (EntwicklungsFörderung in Familien: Eltern- und Kinder-Training)
  • PEP (Präventionsprogramm für Expansives Problemverhalten)
  • Triple P (Positives Erziehungsprogramm)

gestärkt.

Das DFK finanzierte die mehrjährige Evaluation des Projektes - insbesondere der Programmimplementierungen - durch Frau Prof. Dr. Nina Heinrichs  (Technische Universität Braunschweig). Das Projekt und die Ergebnisse der Evaluation, die praxisrelevante und auf andere Implementierungsprozesse übertragbare Erkenntnisse erbrachten, sind in den Berichten der Paderborner Steuerungsgruppe und der TU Braunschweig zusammengefasst:

PARTS (Programm zur Förderung von Akzeptanz, Respekt, Toleranz und sozialer Kompetenz)

PARTS ist ein im Rahmen einer DFG-Forschergruppe entwickeltes Präventionsprojekt zur Vorurteilsprävention im Grundschulalter.

Das DFK finanzierte die Evaluation des PARTS-Programmes (Gesamtleitung des Projektes Prof. Dr. A. Beelmann, Friedrich-Schiller-Universität Jena) in Hinblick auf längerfristige Wirkungen. Untersucht wurde, ob das Programm sowohl negative intergruppale Einstellungen als auch dissoziales Verhalten wie Aggression, Gewalt und (Hass-)Kriminalität bis ins Jugendalter vorbeugen kann. Die positiven Ergebnisse fließen in eine Aktualisierung des Programmes ein.

Die Ergebnisse sind im Evaluationsbericht zusammengefasst.

  • Förderzeitraum: 2013 - 2014
  • Evaluationspartner: Prof. Dr. Andreas Beelmann, Friedrich-Schiller-Universität Jena
buddY- Übergang Kita-Schule

Das DFK förderte finanziell eine von der Universität Paderborn (Prof. Dr. P. Büker) durchgeführte Evaluation des buddY-Modellprojektes im Übergang Kita-Grundschule. BuddY ist ein universelles Präventionsprogramm zur Stärkung sozialer, emotionaler und kognitiver Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen. In dem hier evaluierten Modellprojekt soll der Übergang von Kita zur Grundschule, der für viele Kinder eine kritische Phase ist, positiv begleitet und optimiert werden.

MitEinander in Kita und Schule (MEA): Gewaltprävention im Landkreis Ostprignitz-Ruppin

Bei dem Projekt „MitEinander in Kita und Schule (MEA)“ handelt es sich um die Einführung eines Mehrebenen-Programms gegen Mobbing, Bullying, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit an Kindertagesstätten und Schulen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin (OPR).

Ein interdisziplinäres Prozessteam aus den Bereichen Kita, Schule, Schulpsychologie, Kommunalverwaltung und Polizei hat die Implementierung der pädagogischen Konzepte für Kindergarten (EFFEKT®) und Schule (OLWEUS) als Prozess geplant, beschrieben und landkreisweit durchgeführt. Ein besonderer Akzent wurde dabei auf die Gestaltung des Übergangs vom Kindergarten zur Grundschule gesetzt.

Der Abschlussbericht der vom DFK finanzierten Prozessevaluation, die von 2009 bis 2013 durchgeführt wurde, beschreibt Erfolge und Problembereiche, die sich bei der Implementation des Programms gezeigt haben und endet mit konkreten Handlungsempfehlungen für die zukünftige Arbeit. Der Evaluationsbericht zeigt, wie durch eine wissenschaftliche Begleitung die Qualität des Umsetzungsprozesses im praktischen Alltag verbessert werden kann

  • Förderzeitraum: 2009 bis 2013
  • Evaluationspartner: Prof. Dr. Manfred Bornewasser, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
  • Berichterstattung:
    - in forum kriminalprävention 04/2013 >
Prävention im Team (PiT) in Hessen

Die Philipps-Universität Marburg (Professor Dr. Ulrich Wagner) untersuchte drei Jahre lang die Langzeiteffekte des Projektes „PiT Hessen“(Prävention im Team) und ihre Wirkung auf subtile Aggressionsindikatoren. PiT-Hessen (http://www.pit-hessen.de) war das erste Modellprojekt der Hessischen Landesregierung im „Netzwerk gegen Gewalt“, getragen von den Ministerien für Inneres, Kultus und Arbeit, Familie, Gesundheit. Wesentliches Kennzeichen des Programms ist die Kooperation von Schule, Polizei und Jugendhilfe. Entsprechend gemischte Teams führen Trainingsmaßnahmen mit Schülerinnen und Schülern durch und geben Impulse für die Personal-, Organisations- und Konzeptentwicklung in der Schule.

Der im März 2012 von der Philipps-Universität Marburg vorgelegte Abschlussbericht der vom DFK finanziell geförderten Evaluation attestiert dem Projekt eine Wirksamkeit im Sinne der zentralen Projektziele. Die Ergebnisse der Evaluation wurden am 12. September 2012 auf einer bundesweiten Fachtagung in Frankfurt vorgetragen und diskutiert.

Abschied von Hass und Gewalt

Das Projekt „Abschied von Hass und Gewalt“ des Violence Prevention Network e.V. (www.violence-prevention-network.de) beinhaltet sozialpädagogische Arbeit mit extremistisch und fundamentalistisch gefährdeten jugendlichen Gewaltstraftätern im Jugendvollzug und nach ihrer Entlassung. Es setzt sich konzeptionell jeweils aus dem Trainingsprogramm in Haft und der Einbindung vertrauenswürdiger Angehöriger (als „Ankerpersonen“) zusammen. Enthalten ist zudem die Option, nach Entlassung bis zu einem Jahr sozialpädagogisch betreut zu werden. Die Trainingsmodule haben die Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie sowie die Rekonstruktion der Tat mit den darin zutage tretenden Verleugnungs- und Verharmlosungsstrategien sowie die Auseinandersetzung mit dem tatsächlichen Opfer zum Inhalt. Das abschließende Modul bereitet auf den Alltag nach Haftentlassung vor, beispielsweise auf die Risikosituationen bei Begegnungen mit den alten Cliquen.

Professor Dr. Helmut Lukas (Berlin) führte eine zentralregistergestützte Untersuchung zur Legalbewährung der Teilnehmer an Trainingskursen im Jugendstrafvollzug als Wirkungsevaluation durch, die vom DFK finanziert wurde. Er konnte eine deutliche Reduzierung der Re-Inhaftierungsquote aufgrund von Gewaltrückfällen und damit die Effizienz des Trainingsprogrammes  feststellen.