Triple P



Das positive Erziehungsprogramm
Das Erziehungsprogramm Triple P (Positive Parenting Programm) ist eine Form der kognitiv-behavioralen Familienintervention und basiert auf sozialen Lernprinzipien. Es versucht die Erziehungskompetenz von Eltern zu stärken und zu fördern. Dabei wird das elterliche Erziehungsverhalten und ihrer Kommunikation sowie Interaktion mit den Kindern fokussiert.
Das Erziehungsprogramm richtet sich vor allem an Eltern, aber auch an Fachleute, die mit Eltern und Kindern arbeiten.
Um auf die individuelle Situation, Bedürfnisse und Ressourcen einzugehen, besteht Triple P aus verschiedenen Ebenen:
In der ersten Ebene erhält man allgemeine Informationen Anregungen wie eine positive Beziehung zum Kind aufgebaut, die Entwicklung angemessen fördern und mit schwierigen Situationen umgegangen werden kann. Dabei kommen verschiede Medien wie Broschüren, Radio und Fernsehen zum Einsatz.
In der zweiten Ebene erfolgen Kurzberatungen (2 Beratungen mit ca. 20 Minuten), in denen Fachleute mit einer Triple P- Beraterfortbildung (meist Hebammen, Ärzte, Kinderkrankenschwestern, Lehrer) auf Erziehungsfragen konkret eingehen.
Die dritte Ebene beinhaltet vier Sitzungen a 20-30 Minuten, in denen Berater und Eltern gezielt Lösungen zu dem jeweiligen Problem sowie Erziehungsfertigkeiten bezüglich des spezifischen Problems erarbeiten.
Die vierte Ebene stellt ein Elterntraining dar, das in Form eines professionell geleiteten Gruppentrainings mit maximal zwölf Familien, als Einzeltraining oder als Training zu Hause auf Basis des Triple P-Elternarbeitsbuch erfolgen kann. Die Elterntrainer sind hier Fachleute mit einer Triple P-Trainerfortbildung.
Auf Ebene 5 erfolgt ein intensives und individuell zugeschnittenes Elterntraining mit psychotherapeutisch ausgebildeten Fachleuten, die sich zum erweiterten Triple P- Trainer fortgebildet haben. Dies wurde speziell für Eltern entwickelt, die nach der Teilnahme an einem Angebot der vierten Ebene weiterhin Schwierigkeiten haben.
Ursprünglich wurde Triple P an der Universität in Queensland (Australien) entwickelt. In Deutschland wurde es Ende der 90er Jahre von Prof. Dr. Hahlweg der Technischen Universität Braunschweig eingeführt. Mittlerweile ist das Erziehungsprogramm international verbreitet (z.B. England, Hongkong, Kanada, Singapur) und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt
Aktuell wird das Programm an der TU Braunschweig evaluiert, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird. Zudem untersucht man den Einfluss von Anreizen auf die Rekrutierung von Eltern und die Effektivität von Triple P.
Seit November 2006 wird an der TU Braunschweig die Version
WORKPLACE Triple P erforscht, die sich speziell an erwerbstätige Eltern richtet.
Auf der Seite www.triplep.de erhalten Sie weitere Informationen.
Eine kritische Stellungnahme finden Sie hier