AAT
Das Anti-Aggressivitäts-Training (AAT®) Theoretisch wird das Anti-Aggressivitäts-Training dem Begriff der Konfrontativen Pädagogik zugeordnet und folgt dem Grundsatz: Den Täter mögen und verstehen, aber sein gewaltbereites Verhalten ablehnen. Es orientiert sich an einem lerntheoretisch-kognitiven Paradigma. Das Training zielt dabei auf die Förderung der zentralen Handlungskompetenzen wie Empathie, Frustrations- und Ambiguitätstoleranz und Rollendistanz. Es werden Einzelinterviews mit den Jugendlichen geführt sowie Aggressivitätsauslöser und Gewaltrechtfertigungen analysiert. Zudem werden die Jugendlichen mit ihren Taten konfrontiert und Provokationstests auf dem heißen Stuhl durchgeführt. Opferbriefe, -filme und -aufsätze sollen dazu beitragen den Tätern ihr Handeln und das Leid der Opfer begreiflich zumachen. Entspannung und Reflexion dienen der Nachbereitung des Trainings. Die Trainingsdauer beträgt 6 Monate bei einer mehrstündigen Gruppensitzung pro Woche und zusätzlichen Einzelgesprächen. Die Gruppenleitung besteht in der Regel aus zwei geisteswissenschaftlichen Hochschulabsolventen, die über eine Anti-Aggressivitäts-Trainings-Zusatzausbildung mit Selbsterfahrung auf dem heißen Stuhl verfügen. Um eine seriöse Praxisumsetzung sicher zu stellen wurde der Begriff des Anti-Aggressivitäts-Trainings beim Marken- und Patentamt München geschützt. Die Trainer-Lizenz kann am Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS) in Frankfurt am Main im Rahmen einer 15-monatigen Berufsbegleitenden Zusatzausbildung erworben werden. In der Zeit von 1987 bis 1999 wurde eine Rückfallstudie zum Anti-Aggressivitäts-Training durch das kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) durchgeführt. In dieser Wirkungs-Evaluation wurden die Rückfalldaten, bezogen auf die Legalbewährung, von AAT-Trainierten (n=73) mit einer Kontrollgruppe von AAT-Untrainierten (n=73), die etwa zur gleichen Zeit in Hameln wegen ähnlicher Delikte inhaftiert waren, miteinander verglichen. Der Begriff „Untrainierte“ bedeutet in diesem Zusammenhang jedoch nur, dass diese Gruppe kein Anti-Aggressivitäts-Training erhielt, andere deliktspezifische Maßnahmen wie Sozialtherapie, oder der Gesprächskreis „Tötungsdelikte“ wurden trotzdem durchgeführt. Zusammenfassend lässt sich als Ergebnis festhalten, dass die beiden Gruppen beinahe identische Werte, bezogen auf Rückfalldaten, -häufigkeit und -geschwindigkeit, aufweisen. Lediglich bei der Rückfallintensität stellt sich die Gruppe der Trainierten etwas günstiger dar, allerdings befindet sich auch dieser Befund unterhalb der Grenze zur statistischen Signifikanz. |
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