Training mit Jugendlichen (Petermann)

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Franz Petermann/ Ulrike Petermann

Training mit Jugendlichen
Förderung von Arbeits- und Sozialverhalten

Mit diesem Trainingsprogramm haben (Sozial)Pädagoginnen und (Sozial)Pädagogen sowie Psychologinnen und Psychologen die Möglichkeit, bei Jugendlichen im Alter von 13 bis 20 Jahren soziale Fertigkeiten aufzubauen, die besonders im motivationalen und beruflichen Bereich positive Wirkung haben. Im Vordergrund des Trainings stehen Maßnahmen, die aggressives Verhalten und Gewaltbereitschaft verringern sowie selbstsicheres Verhalten gezielt aufbauen. Außerdem werden sowohl die Selbst- und Fremdwahrnehmung als auch die Selbstkontrolle und Ausdauer bearbeitet. Theoretischer Hintergrund des Trainings stellen dabei die Theorie der Selbstwirksamkeit, die Sozialkognitive Lerntheorie und das Modell der sozialen Informationsbearbeitung dar.

Das Training gliedert sich dabei in Einzel- und Gruppensitzungen. In den Einzelsitzungen werden hauptsächlich die Vorstellungen über die private und berufliche Zukunft angesprochen und berufsbezogene Fertigkeiten im Rollenspiel eingeübt. Ein Einzeltraining dauert ca. 50 Minuten und findet mindestens fünf Mal statt. Das Gruppentraining umfasst eine Kennenlernsitzung und minimal 10 Sitzungen mit einer Dauer von jeweils 100 Minuten. Es zielt darauf ab, neue Verhaltensweisen in gelenkten Rollenspielen einzuüben. Daneben werden Bewertungsspiele durchgeführt, die das „Umgehen mit dem eigenen Körper und mit Gefühlen“ thematisieren. Weitere Elemente im Training sind ein Vertrag zwischen dem Trainer und den  Jugendlichen, das Tagebuch der Jugendlichen zur Selbstbeobachtung und –kontrolle, die Rückmeldetafel, das Arbeiten mit Material (z.B. Cartoons, Bilder) sowie Videoaufzeichnungen für Rückmeldungen bezüglich des Sozialkontaktes oder des berufsbezogenen Verhaltens. 
 
Das Training ist für den Einsatz in Haupt-, Real-, Berufs- und Förderschulen ebenso erprobt wie für das therapeutische Setting oder als pädagogische Maßnahme in der Jugendhilfe und in Berufsbildungszentren oder im Jugendstrafvollzug. Je nach Bedarf können Schwerpunkte bezüglich der Ziele und Methoden gesetzt werden.

Die Effekte des Trainings wurden bisher in Einzelfallstudien durch Verhaltensbeobachtungen überprüft. Insgesamt lässt sich feststellen, dass das Problemverhalten, insbesondere aggressives Verhalten, abgebaut und das gewünschte Zielverhalten aufgebaut werden konnte. Die Protokolle der Trainingssitzungen deuten darauf hin, dass das Gruppentraining für die Verhaltensänderung eine entscheidende Bedeutung hat und dieser Effekt nicht durch eine alleinige Einzelbetreuung erreicht werden kann.

Das Angebot von Schulungen findet im Rahmen der Bremer Kindertherapietage statt. Nähere Informationen finden Sie unter www.zrf.uni-bremen.de/zkpr/index.html.


Literatur:
Petermann, F./ Petermann, U.: Training mit Jugendlichen – Aufbau von Arbeits- und Sozialverhalten.  9., überarbeitete und erweiterte Auflage 2010, Verlag Hogrefe

 

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