Projektevaluation BROTHERS -
Gewaltprävention bei (geflüchteten) Jugendlichen

Seit 2015 zeigte sich (jedenfalls bis zum Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine am 24. Februar 2022), dass Flucht im Wesentlichen jung und männlich war. Die bundesweite Präventionslandschaft war und ist jedoch kaum auf die spezifischen Bedarfe von jungen geflüchteten Männern ausgerichtet. Perspektivlosigkeit, eingeschränkte Autonomie, Stigmatisierung, gepaart mit hohen Erwartungen aus den Herkunftsländern, erschweren die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erheblich. Tradierte, gewaltlegitimierende Männlichkeitsnormen können herkunftsunabhängig besonders in konservativen und ehrkulturellen Familienstrukturen während der Adoleszenzphase unreflektiert in ein toxisches Männlichkeitsbild und Gewalt münden.

Deshalb begleitet die Stiftung das Projekt „BROTHERS – Gewaltprävention bei (geflüchteten) Jugendlichen, supported by HEROES“, das im Berichtsjahr mit dem niedersächsischen Sozialpreis ausgezeichnet wurde. In dem Projekt bilden Teamleiter Jugendliche – vorrangig mit Fluchthintergrund – im Alter von 14 bis 25 Jahren zu „BROTHERS“ aus. Diese geben ihr Wissen zu Selbstreflexion, Ehre, Wahrnehmung von Grenzen und Gewalt sowie Entwicklung von Handlungsalternativen und Rhetorik dann peer-to-peer in Workshops an Schulen und Jugendgruppen auch an die sonst schwer erreichbare Zielgruppe innerhalb der Flüchtlingscommunity weiter.

Für eine evidenzbasierte Nachhaltigkeit des Projekts fördert das DFK dessen Evaluation durch die Gesellschaft Camino – Werkstatt für Fortbildung, Praxisbegleitung und Forschung im sozialen Bereich – gGmbH in Berlin. Die Erkenntnisse sollen es ermöglichen, die schon heute gut funktionierenden Konzepte und Ansätze des Projektes nachhaltig auch an anderen Standorten bundesweit nutzbar zu machen. Bereits jetzt liegen erste Interessenbekundungen zur Umsetzung auf kommunaler und Ländereben vor.

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