Finanzanreize zur Förderung des Einbaus von Sicherheitstechnik - aktueller Überblick

Die Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention (DFK) hat in Kooperation mit der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes gemeinsam mit zahlreichen Partnern wie dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI), dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und der KfW die nachfolgenden Förderprodukte entwickelt. Auf diesem Wege konnten seit 2014 die Eigenvorsorge der Bürgerinnen und Bürger gestärkt und zahlreiche Wohnungen und Häuser sicherer gemacht werden. Seitdem wird die Förderung stetig weiterentwickelt.

 

 

Meilensteine der Förderung von Einbruchschutz

2014 – 2015:

  • Förderung von Einbruchschutz für Bestandsbauten nur in Kombination mit energetischer Sanierung oder altersgerechtem Umbau

seit 2015:

  • Förderung von Einbruchschutz auch als Einzelmaßnahme unter dem Dach „Altersgerecht Umbauen“ wie auch in Kombination
  • Im Programm „Energieeffizient Sanieren“ wird Einbruchschutz weiterhin nur in Kombination gefördert. Hier werden einbruchhemmende Fenster und Fenstertüren gefördert.

seit 2017:

In der Einbruchschutzförderung Einzelmaßnahme in „Altersgerecht Umbauen“ werden 

  • die Mindestinvestitionssumme auf 500 Euro abgesenkt und damit die MieterInnen gestärkt
  • die Zuschussförderung auf 20% für die ersten 1.000 Euro Investitionssumme erhöht, darüber 10%.

seit 2019:

In der Einbruchschutzförderung Einzelmaßnahme in „Altersgerecht Umbauen“ werden

  • Gefahrenwarnanlagen und Sicherheitstechnik in Smart Home-Anwendungen mit Einbruchmeldefunktion aufgenommen
  • durch die Aufteilung der Merkblätter und Technischen Mindestanforderungen eine bessere Lesbarkeit erreicht
  • die optionale Fachunternehmerbestätigung für mehr Sicherheit eingeführt.

seit 2021:

In der Einbruchschutzförderung Einzelmaßnahme in „Altersgerecht Umbauen“ werden

  • die Fachunternehmerbestätigung für elektronische Sicherheitstechnik bei der Einbruchschutzförderung Einzelmaßnahme verpflichtend, für mechanische Sicherheitstechnik bleibt sie weiterhin optional.

Im Rahmen einer energetischen Sanierung werden

  • Einbruchschutzmaßnahmen, insbesondere einbruchhemmende Fenster und Fenstertüren, in der „Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)“ nicht mehr nur bei der KfW, sondern auch bei der Bundesanstalt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert. Im BEG Wohngebäude werden nun auch Neubau und Mehrfamilienhäuser gefördert.

Informationen zu den Fördermöglichkeiten und weiterführende Links finden Sie im Folgenden.

Für einen wirkungsvollen Einbruchschutz empfehlen wir
4 Schritte zur Förderung:

  1. Lassen Sie sich von der Polizei kostenlos beraten!
    Die (Kriminal)Polizeiliche Beratungsstellen in Ihrer Nähe finden Sie unter www.k-einbruch.de
  2. Stellen Sie vor Beginn der Baumaßnahme einen Förderantrag!
    Die Links zu den Zuschussportalen der KfW und des BAFA finden Sie in den unten dargestellten Fördermöglichkeiten.
    In der „Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)“, in der u.a. einbruchhemmende Fenster und Fenstertüren gefördert werden, muss ein Energie-Effizienz-Experte oder eine Energie-Effizienz-Expertin beauftragt werden.
  3. Beauftragen Sie nur spezialisierte Fachunternehmen, nachdem Sie die Zusage erhalten haben!
    Fachunternehmen finden Sie beispielsweise unter
    k-einbruch.de/fachbetriebssuche.
    Laden Sie sich die Fachunternehmerbestätigung HIER herunter. Sie ist für elektronische Sicherheitstechnik verpflichtend, für mechanische Sicherheitstechnik optional.
  4. Lassen Sie sich vom Fachunternehmen den fachgerechten Einbau aller durchgeführten Maßnahmen schriftlich bestätigen!
    - Zur Auszahlung Ihres Zuschusses für den Einbau einer Einbruch- und Überfallmeldeanlage, einer Gefahrenwarnanlage und einer Sicherheitstechnik in Smart Home Anwendungen mit Einbruchmeldefunktion legen Sie der KfW neben den Rechnungen die vom Fachunternehmen unterschriebene Fachunternehmerbestätigung vor.

    - Für den Einbau von mechanischer Sicherheitstechnik ist die Fachunternehmerbestätigung optional und dient zu Ihrer eigenen Sicherheit!

    - Die Einhaltung der energieeffizienten Anforderungen beim Einbau einbruchhemmender Fenster und Fenstertüren in der „Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)“ wird von dem bzw. der beauftragten Energie-Effizienz-Expertin oder dem Energie-Effizienz-Experten geprüft und bestätigt.

 

 

Einbruchschutz als Einzelmaßnahme oder in Kombination mit Barrierereduzierung

Über die Förderprogramme „Einbruchschutz-Investitionszuschuss 455-E“ und „Altersgerecht Umbauen - Kredit 159“ der KfW kann gezielt in Einzelmaßnahmen zum Schutz gegen Wohnungseinbruch in Bestandsbauten investiert werden.
Diese können auch kombiniert werden mit Maßnahmen zur Barriereduzierung in den KfW-Programmen „Barrierereduzierung - Investitionszuschuss - Zuschuss 455-B“ so-wie „Altersgerecht Umbauen - Kredit 159“.

Bitte beachten Sie, dass der Einbau einbruchhemmender Fenster und Fenstertüren ausschließlich in der „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG) gefördert wird - siehe folgende Registerkarte.

Einzelmaßnahmen zum Einbruchschutz:

  • Einbau von einbruchhemmenden Haus-, Wohnungs- und Nebeneingangstüren
  • Einbau von Nachrüstsystemen für Haus-, Wohnungs- und Nebeneingangstüren
  • Einbau von einbruchhemmender Garagentore und –zugänge, die mit dem Wohn-haus verbunden sind
  • Einbau von Nachrüstsystemen für Fenster (z.B. aufschraubbare Fensterstangenschlösser, Bandseitensicherungen, drehgehemmter Fenstergriff, Pilzkopfverriegelungen)
    Der Einbau/Austausch einbruchhemmender Fenster, Balkon- und Terrassentüren wird in der „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG) gefördert (siehe folgende Registerkarte).
  • Einbau einbruchhemmender Gitter, Klapp- und Rollläden sowie Lichtschachtabdeckungen
  • Einbau von Einbruch- und Überfallmeldeanlagen
    Infraschall- bzw. Luftdruck-, Luftvolumensysteme oder Raumresonanzfrequenzgeräte sind nicht förderfähig!
  • Gefahrenwarnanlagen und Sicherheitstechnik in Smart Home-Anwendungen mit Einbruchmeldefunktion
    Bei der Scharf- und Unscharfschaltung muss die Zwangsläufigkeit nach DIN VDE V 0826-1 eingehalten werden. Erläuterungen zur DIN VDE V 0826-1 finden Sie in dem "Leitfaden zu sicherheitstechnischen Anwendungen im SMART HOME". Einen Smart Living-Showroom in Ihrer Nähe, der auch einbruchmeldende Smart Home-Anwendungen ausstellt, finden Sie auf der digitalen Landkarte der Wirtschaftsinitiative Smart-Living e.V. unter www.showrooms.wislev.de.

Alle Maßnahmen zum Einbruchschutz müssen technischen Mindestanforderungen entsprechen und sind durch spezialisierte Fachunternehmen auszuführen. Diese Anforderungen sind den „Technischen Mindestanforderungen und förderfähige Maßnahmen“ als Anlage der jeweiligen Merkblätter zu entnehmen – Links dazu finden Sie am Ende der Registerkarte.
Weitere Informationen zum fachgerechten Einbau DIN-geprüfter und zertifizierter Sicherheitstechnik erhalten Sie in den (Kriminal)Polizeilichen Beratungsstellen mit Hinweisen auf Herstellerverzeichnisse und Errichterlisten unter www.k-einbruch.de.

Förderberechtigt:

Jeder, der in den Einbruchschutz einer bestehenden Wohnimmobilie investiert, z.B. natürliche Personen als

  • Eigentümer oder Ersterwerber
    von Ein- und Zweifamilienhäusern mit maximal zwei Wohneinheiten oder Eigentumswohnungen in Wohnungseigentümergemeinschaften
  • Mieter (mit Zustimmung des Vermieters zu den Umbaumaßnahmen)

Zusätzlich in den Kreditvarianten z. B. juristische Personen als:

  • Wohnungseigentümergemeinschaften,
  • Wohnungsunternehmen/-genossenschaften
  • Bauträger.

Die Kombination von Einzelmaßnahmen zum Einbruchschutz und barrierereduzierenden Maßnahmen erfolgt durch einen „Kombi-Antrag“.

Wichtig: Die Antragstellung muss vor Beginn des Vorhabens erfolgen auf dem KfW-Zuschussportal!

Förderumfang:

  • zinsgünstige Kredite für alle Antragsberechtigten
  • Investitionszuschuss für Privatpersonen

 

Informationen und Verlinkungen im Überblick

(Kriminal)Polizeiliche Beratungsstellensuche:
www.k-einbruch.de
Fachbetriebssuchek-einbruch.de/fachbetriebssuche
Herstellersuchek-einbruch.de/herstellersuche


Einzelmaßnahmen Einbruchschutz:

Einbruchschutz in Kombination mit Barrierereduzierung:
• Zuschuss in „Barrierereduzierung – Investitionszuschuss 455-B: www.kfw.de/455-B
• Kredit in „Altersgerecht Umbauen - Kredit 159“: www.kfw.de/159

kostenfreie Servicenummer der KfW: 0800 539 9002

Rubrik Einbruchschutz bei der KfW: „Mehr Sicherheit für Ihre eigenen vier Wände“

(Kriminal)Polizeiliche Beratungsstellen mit Hinweisen auf qualifizierte Fachunter-nehmern in den Herstellerverzeichnisse und Errichterlisten: www.k-einbruch.de

Antragstellung auf dem KfW-Zuschussportal!

Einbruchschutz im Rahmen der „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG)

In der „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG) werden z.B. folgende Maßnahmen zum Einbruchschutz gefördert:

  • Einbau/Austausch von Fenstern und Fenstertüren,
  • Einbau/Austausch von Haustüren,
  • Nachrüstung einbruchhemmender Produkte, wie z. B. selbstverriegelnde Mehrfachverriegelungen und Zusatzschlösser.

Wichtig:

  • Es ist eine Energie-Effizienz-Expertin bzw. ein Energie-Effizienz-Experte (EEE) zu beauftragen, die bzw. der die Einhaltung der energieeffizienten Anforderungen prüft und bestätigt. Energie-Effizienz-Experten-Suche
  • Die Antragstellung muss vor Beginn des Vorhabens erfolgen!

Einbruchschutzmaßnahmen werden bei der KfW sowie der Bundesanstalt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in den folgenden Zuschuss – und Kreditvarianten gefördert:


Förderung


Zuschuss


Kredit


BEG WG

Bundesförderung
für effiziente
Gebäude -
Wohngebäude

KfW-Wohngebäude-Zuschuss 461

Bestand & Neubau
www.kfw.de/461

KfW-Wohngebäude -
Kredit 261

Bestand & Neubau
www.kfw.de/261


BEG EM

Bundesförderung für effiziente Gebäude -
Einzelmaßnahme

BAFA BEG EM

nur Bestand
www.bafa.de/BEG/EM

KfW-Wohngebäude -
Kredit 262

nur Bestand
www.kfw.de/262

 

Weitere konkrete Informationen zu den förderfähigen Maßnahmen des Einbruchschutzes befinden sich in den Merkblättern und Anlagen der jeweiligen Förderprodukte.

 

Informationen und Verlinkungen im Überblick:

(Kriminal)Polizeiliche Beratungsstellensuche:
www.k-einbruch.de
Fachbetriebssuche: k-einbruch.de/fachbetriebssuche
Herstellersuche:
 k-einbruch.de/herstellersuche

Energie-Effizienz-Experten-Suche

Antragstellung Zuschüsse: KfW-Zuschussportal bzw. BAFA-Portal (BEG EM)

kostenfreie Servicenummer der KfW: 0800 539 9007, Mail: infocenter@kfw.de

Für weitere Fragen stehen die KfW (www.kfw.de/beg) und das BAFA (www.bafa.de/beg), jeweils mit ihren Info-Centern, zur Verfügung.

Förderprodukte im Auftrag von Landesregierungen und Kommunen

Weitere interessante Förderaspekte bei Maßnahmen des Einbruchschutzes im Zusammenhang mit verschiedenen Förderprodukten finden Sie in der BMWi-Förderdatenbank: https://www.foerderdatenbank.de/FDB/DE/Home/home.html. Geben Sie in der Schnellsuche den Suchbegriff "Einbruch" ein.
 

Städte und Gemeinden

Auch auf kommunaler Ebene werden vereinzelt Maßnahmen zum Schutz gegen Einbruchschutz gezielt gefördert.
Ein Beispiel ist das Förderprogramm „Heidelberger Schlossprämie“, mit dem die Stadt Heidelberg den Einbau von mechanischer Sicherheitstechnik mit einem Zuschuss fördert. Informationen hierzu erhalten Sie im Internet unter:
http://www.k-einbruch.de/foerderung.

Kommunale Förderprogramme können bei der jeweiligen Städte- und Kreisverwaltung erfragt werden.

 

Finanzanreize außerhalb der Förderprogramme

Der Anteil der Arbeitskosten handwerklicher Leistungen bei Investitionen in Sicherheitstechnik kann unter bestimmten Voraussetzungen, z. B. nach § 35a EStG, steuermindernd berücksichtigt werden, wenn diese nicht bereits über ein KfW-Programm gefördert wurden. Die steuerliche Absetzbarkeit derartiger Maßnahmen ist ein wichtiger Baustein für ein Mehr an Sicherheit.

Darüber hinaus kann bei Versicherungsunternehmen ein Nachlass auf die Zahlung zur Hausratsversicherung beim Einbau entsprechender Sicherheitstechnik erfragt werden.