SiBa - Sicherheit im Bahnhofsviertel

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programmes „Forschung der zivilen Sicherheit“ geförderte Verbundprojekt „Sicherheit im Bahnhofsviertel – SiBa“ (2017 bis 2020) wurde von der Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention als assoziierter Partner begleitet und unterstützt.

Zusammen mit den assoziierten Partnerstädten Düsseldorf, Leipzig und München wurden vergleichende Untersuchungen der Bahnhofsviertel dieser drei Städte durchgeführt. Projektziel war die Entwicklung von praxistauglichen Präventionskonzepten für Kommunen um diese dabei zu unterstützen, ihre Bahnhöfe und deren Umfeld im Hinblick auf Sicherheitslage, Sicherheitsempfinden, Opferwerdung und Kriminalitätsaufkommen sicherer und attraktiver zu gestalten - ohne dabei die spezifischen Charakteristika urbaner Räume zu vernachlässigen.

Die Projektkoordination erfolgte durch Frau Prof. Dr. Haverkamp, Stiftungsprofessur für Kriminalprävention und Risikomanagement, Eberhard Karls Universität Tübingen, zusammen mit dem Projektpartner der Bergischen Universität Wuppertal, Dr. Tim Lukas.

Die Ergebnisse der vielfältigen Maßnahmen und Strategien für unterschiedlichste Herausforderungen in Bahnhofsvierteln wurden in einem „Werkzeugkasten (Kriminal-)Prävention" zusammengefasst. Dort finden sich Praxisbeispiele und Hinweise zu weiterführenden evidenzbasierten, sowie auch vielversprechenden (noch) nicht auf ihre präventive Wirkung hin evaluierten Maßnahmen.

 

SiBa-Visualisierungsprojekt des DFK

Zur Verbesserung der Akzeptanz von weniger attraktiven Straßen und Plätzen in Bahnhofsnähe wurden Beispiele niederschwelliger Angebote visualisiert, die zu temporären Verbesserungen des öffentlichen Raumes beitragen können. Beispielhaft ausgewählt wurden für das Visualisierungsprojekt die Schillerstraße in München und in Leipzig der Bereich um den Schwanenteich.

Für die Münchner Schillerstraße wurde die Idee einer sogenannten „Sommerstraße“ grafisch umgesetzt. Visualisiert wurden u. a. ein einheitlicher, heller und somit „sauber“ wirkender Fahrbahnbeleg, die Ausgestaltung einer temporären Fußgängerzone mit Cafés und Straßenbestuhlung sowie mobilen Bepflanzungen, was den Charakter einer „Sommerstraße“ widerspiegeln soll.

VORHER:

Schillerstraße, München; ©SiBa

 

NACHHER:

Schillerstraße, München; ©SiBa, bearbeitet durch das Grafikbüro timeRay-Visualisierungen

 

Für die Erhöhung der Attraktivität des Geländes um den Schwanenteich in Leipzig wurden folgende Maßnahmen angedacht: Entfernen von hohen Hecken und Bäumen, Aufstellen von sauberen, komfortableren Sitzbänken, flexible Angebote, wie beispielsweise mobile gastronomische Angebote und die Belebung der Terrassenflächen im Außenbereich der Oper mit Stühlen, Tischen und Sonnenschirmen und eines Cafébetriebs.

VORHER: 

Schwanenteich, Leipzig; ©SiBa

 

NACHHER:

Schwanenteich, Leipzig; ©SiBa, bearbeitet durch das Grafikbüro timeRay-Visualisierungen

 

Durch die Visualisierung der Örtlichkeiten (vorher – nachher) konnte deutlich gemacht werden, dass mit wenigen niederschwelligen Maßnahmen positive Effekte erzielt werden können. Aufgrund des dadurch stärker von allen Bevölkerungsgruppen genutzten öffentlichen Raumes wäre darüber hinaus auch eine Erhöhung der sozialen Kontrolle zu erwarten. Unerwünschtes und deviantes Verhalten könnten verringert, das subjektive Sicherheitsge­fühl und die Aufenthaltsqualität und somit die Akzeptanz der Örtlichkeiten gesteigert werden.